Ausbildung digitalisieren – Einblicke hinter die Kulissen unseres Metallbaubetriebs

Ausbildung digitalisieren

Immer weniger junge Menschen streben eine Ausbildung im Handwerk an. Das hat viele Gründe. 

Zum einen hat das Handwerk seit den letzten Jahrzehnten ein massives Imageproblem, zum anderen fehlen Berührungspunkte zu der Generation Z, da viele Handwerksbetriebe die Digitalisierung verpasst haben. 

Unsere Idee: Die Ausbildung digitalisieren

Unser Metallbaubetrieb kann weder das Berufsschulsystem noch veraltete Glaubenssätze in den Köpfen der Gesellschaft ändern, aber wir können versuchen, die Ausbildung in unserem Betrieb attraktiver zu gestalten. 

Unser Ziel ist es, die eigenen Fachkräfte von Morgen optimal auszubilden und gleichzeitig mehr junge Menschen von unserem Betrieb zu begeistern, mit einem ergänzenden, modernen Ausbildungsformat, welches sich von anderen Fachbetrieben unterscheidet.  

Onlinekurse als großes Vorbild

In den vergangenen Jahren bin auch ich auf den Express-Zug „Online Business“ aufgesprungen. 

Online Dienstleistungen anzubieten, funktioniert für Coaches oder Experten wunderbar. Neben Einzelberatungen via Zoom und Co. gelten vor allem Onlinekurse bzw. Online Gruppencoaching Programme als der heiße Sch***. 

Ziel ist es, Beratungen oder Coachings durch digitale Inhalte, wie eine Wissensdatenbank effizienter zu gestalten. 

Grundlagen, sich immer wiederholende Prozesse sowie standardisierte Vorgehensweisen werden den Teilnehmenden zum Eigenstudium zur Verfügung gestellt. 

Für die Vor- und Nachbereitung jedes Lernangebots ist das eine enorme Optimierung. 

 

Das Prinzip von Onlinekursen wollen wir nun auf die Ausbildung in unserem Metallbaubetrieb übertragen. 

Wissensdatenbank erschaffen

Ausbildung digitalisieren – Schritt 1 – Verschriftlichen

Wir brauchen einen Ablaufplan aller Prozesse, die innerhalb der Metallbau-Ausbildung relevant sind. 

Das bedeutet, wir erstellen eine Liste aller praktischen und theoretischen Lerninhalte, die in der Ausbildung von Bedeutung sind.

Im Grunde funktioniert die Erstellung ähnlich zu einem Qualitätsmanagement Leitfaden. 

Sind die Arbeitsprozesse mit ihren Abläufen erfasst, werden Sie in die unser Lerntool als Blanko-Vorlage eingefügt und den Lehrlingen zugänglich gemacht. 

Welches Tool eignet sich?

Unsere Ausbildung digitalisieren wir zunächst mit Trello. Bei Trello handelt es sich um ein simples Projektmanagement Tool, welches ich selbst zur Organisation für mein eigenes Online-Business nutze. 

 

Warum fiel die erste Wahl auf Trello? 

Trello ist für unseren Betrieb erst einmal kostenlos und bietet viele Funktionen, die für den ersten Entwurf unserer digitalen Ausbildung ausreichen. 

Digitalisierung beginnt immer schriftlich und das kann Trello wunderbar abbilden. PDF Dateien, Vorlagen, Notizen, Checklisten, Links und Bilder können unsere Azubis künftig nutzen, um ihre Lernerfolge zu vergrößern. 

Solange wir als Metallbaubetrieb noch in der Aufbauphase der digitalen Ausbildung sind, wird Trello ausreichen (müssen). 

Ziel ist es natürlich mittelfristig direkt mit Video- und Audioformaten zu arbeiten.

 

 

Ausbildung digitalisieren – Schritt 2 – Lernvideos

Wie in unserem Podcast – Abenteuer Metall angekündigt, werden bei Einweihung der neuen Halle 2025 sämtliche Einweisungen mit der Kamera aufgenommen und digitalisiert. 

Dann werden auch anderes Tools interessant. Dazu unten mehr. 

Virtuelles Berichtsheft

Ausbildung digitalisieren – Schritt 3 – Wissen festhalten

Das Berichtsheft ordentlich führen ist zumindest in unserem Betrieb eine kleine Qual und kommt leider immer zu kurz. 

Mithilfe von Trello wird das Berichtsheft nun ganz einfach digital auf dem Handy mitgeführt. 

In der Werkstatt oder auf der Baustelle ist das Handy schnell gezückt, um Notizen für einzelne Arbeitsschritte aufzuschreiben. Zusätzlich können leicht Bilder von den eigenen Anfertigungen hinzugefügt werden. 

Auf Wunsch lässt sich ein kompletter Bericht ausdrucken und abheften.

Klingt doch irgendwie einfacher, smarter und moderner, oder? 😉👍🏻

Lernerfolge direkt vom Meister kontrolliert

Ausbildung digitalisieren – Schritt 4 – Lernkontrolle

Wenn unsere Auszubildenden von nun an ihr Berichtsheft immer digital in der Hosentasche auf der Baustelle dabei habe, stellt sich natürlich die Frage nach kurzen Feedback des betreuenden Meisters oder der Meisterin. 

Trello bietet unseren Meistern die Möglichkeit, alle Notizen in Kommentarform direkt zu überprüfen, verbessern und Hilfestellungen zu bieten. 

Wir können dank einer digitaleren Ausbildung viel näher an Lernprozessen teilhaben und mit den Lehrlingen interagieren. 

Die Auszubildenden habe ihre Betreuung quasi auch immer mit dabei.

Wissen immer mit auf der Baustelle

Ausbildung digitalisieren – Schritt 5 – Wissen to go

Lernhefte aus der Berufsschule oder gar das gesamte Berichtsheft haben weder auf der Baustelle noch in der Werkstatt etwas zu suchen. 

Die eigenen Notizen auf dem Smartphone scheinen da schon eher in denkbarer Griffweite zu sein. 

Dank Vorlagen zu allen Arbeitsprozessen, kann sich jeder unserer Auszubildenden seine oder ihre ganz eigene Wissensdatenbank auf dem eigenen Handy aufbauen. 

Über die Suchfunktion können frühere Projekte gefunden und Probleme nachgeschlagen werden, die man vielleicht sogar schon selbst einmal beantwortet hat. 

Unser Ziel ist die Förderung des selbstständigen, lösungsorientierten Denkens

Und das bedeutet weniger Nachfragen und mehr Eigenverantwortlichkeit. So wollen wir die Fachkräfte von Morgen für unseren Betrieb heranzüchten.

Lernmöglichkeiten auf drei Ebenen

Ausbildung digitalisieren – Schritt 6 – Lernumgebung optimieren

Lernen funktioniert auf drei Ebenen. 

Um die Lernerfolge unserer Lehrlinge optimal zu fördern, wollen wir mit einer digitaleren Ausbildung genau diese Ebenen ansprechen. 

Verstehen, wiedergeben und anwenden

In den meisten Ausbildungen werden vor allem verstehen und anwenden gefördert. Theoretisches Wissen wird vermittelt und die Auszubildenden sollen dieses Wissen im Anschluss in der Werkstatt praktisch umsetzen. 

Zu häufig höre ich leider, dass die Lehrlinge von heute „nichts mehr können“. Mal abgesehen davon, dass das vermutlich nicht stimmt und bloß eine generalisierte Aussage ist, liegt die Verantwortung für das Können der Lehrlinge auch mit bei den Betrieben. 

Anwenden ist ein wichtiger Bestandteil des Lernens, keine Frage, aber zwischen Verstehen und Anwenden wollen wir als Betrieb noch das „Wiedergeben“ schalten. 

In der digitaleren Ausbildung passiert das durch das Ausfüllen von Vorlagen und dokumentieren von Projekten beim Kunden. 

Aktuell denken wir sogar noch über einen zusätzlichen Mini-Vortrag einmal pro Woche nach. Denn das Lehren von Inhalten bringt nochmal eine ganz neue Dimension des Verstehens mit ein. 

(Davon wissen unsere Azubis aber noch nichts, also 🤫)

Ausblick - Ausbildung digitalisieren

Die einzelnen Schritte sind uns klar. Trello ist der erste Schritt hin zu einem digitalen Klassenraum inklusive Video-Datenbank. 

Ein Umzug auf eine andere Plattform ist dann unabdingbar. Zurzeit probieren wir einige neue Anbieter wie memberspot oder skool aus. 

Wenn ich einen Blick in meine persönliche Kristallkugel wage, dann möchte ich mir sogar eine bundesweite digitalisierte Ausbildung für das Metallhandwerk vorstellen. 

Skool könnte beispielsweise eine bundesweite Community für alle Lehrlinge des Metallbaus sein, indem echter Austausch und gegenseitige Unterstützung passiert. 

Genau das, was heutzutage in den Berufsschulen aufgrund zusammengewürfelter Klassen fehlt. 

Eine Wissensdatenbank, bespielt von vielen Metallbaubetrieben, erleichtert nicht nur die Produktion von Tutorials, sondern fördert auch die Zusammenarbeit und den Zusammenhalt der Metall-Branche

Ich persönlich erkenne hier nur einen Vorteil für alle. 

Als kleiner Metallbaubetrieb versuchen wir einen ersten Schritt in genau diese Richtung. 

Hi, ich bin Sarah

als Copywriterin, Podcasterin & kreative Content Strategin

unterstütze ich Handwerksbetriebe, mit starken Texten, Storytelling und einem eigenen Betriebspodcast online zu überzeugen und sich als attraktive Arbeitgeber:innen-Marke zu präsentieren, ganz ohne zeitaufwendiges Social Media. 

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